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Drohnen

Drohnen im Privateinsatz

Preiswert und leicht zu steuern! Erfüllen sich da nicht wenige einen langgehegten Jugendtraum? Wobei: Begeisterte “Piloten” findet man in allen Altersgruppen. Landläufig als Drohnen bezeichnet, erfreuen sich diese kleinen Fluggeräte stetig steigender Beliebtheit – die weiter fallenden Preise tun ihr Übriges zu einer weiteren Verbreitung dieser Freizeitgeräte.

Über behördliche Regelungen und Auflagen oder gar mögliche Versicherungsprobleme denken die wenigsten nach, wenn sie ihre Drohne zum ersten Mal abheben lassen. Das ändert sich spätestens dann, wenn das Fluggerät auf ein Nachbarsauto fällt oder in einem Maisfeld abstürzt und nicht mehr auffindbar ist.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Drohnen
  • Kennzeichnungspflicht: Ab 0,25 kg muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers angebracht werden – auch auf Modellfluggeländen.
  • Kenntnisnachweis: Ab 2,0 kg müssen besondere Kenntnisse nachgewiesen werden.
  • Erlaubnispflicht: Ab 5,0 kg wird eine spezielle Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde benötigt.
  • Ab 100m: In dieser Höhe dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis eingeholt wurde. Bei Modellflugzeugen müssen lediglich besondere Kenntnisse nachgewiesen werden.

Jeder kennt sie, nicht jeder mag sie, aber fast jeder kennt einen, der eine hat: Unbemannte Flugobjekte, die man landläufig auch als Drohne bezeichnet.

Fest steht, dass die unerwartete Verbreitung dieser Fluggeräte zu einer spürbaren Häufung von Schäden an Autos, Menschen oder Dachfenstern führte. Unachtsamkeit beim Fliegen, Abstürze durch Akkuschwäche, kein Sichtkontakt – es gibt mehr als genug Gründe, weshalb es krachen kann. Letztlich musste der Gesetzgeber tätig werden und die Verwendung vernünftig regeln.

Seit dem 7. April dieses Jahres (2017) gilt nun eine entsprechende Verordnung. Im Detail beinhaltet sie folgende Punkte, die wir 1:1 von der Seite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur entnommen haben:

1. Kennzeichnungspflicht

Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg müssen künftig gekennzeichnet sein, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu können. Die Kennzeichnung erfolgt mittels Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers.

2. Kenntnisnachweis

Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab 2 kg–Kilogramm ist künftig ein Kenntnisnachweis erforderlich. Der Nachweis erfolgt durch a) gültige Pilotenlizenz, b) Bescheinigung nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle (auch online möglich), Mindestalter: 16 Jahre c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein (gilt nur für Flugmodelle), Mindestalter 14 Jahre. Die Bescheinigungen gelten für 5 Jahre. Für den Betrieb auf Modellfluggeländen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.

3. Erlaubnisfreiheit

Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg ist grundsätzlich keine Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb durch Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B. Feuerwehren, THW, DRK etc., ist generell erlaubnisfrei.

4. Erlaubnispflicht

Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen über 5 kg und für den Betrieb bei Nacht ist eine Erlaubnis erforderlich. Diese wird von den Landesluftfahrtbehörden erteilt.

5. Chancen für die Zukunftstechnologie

Gewerbliche Nutzer brauchten für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kg erlauben.

6. Betriebsverbot

Ein Betriebsverbot gilt künftig für Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme

Drohnen
  • außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5 kg;
  • in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten;
  • über bestimmten Verkehrswegen;
  • in Kontrollzonen von Flugplätzen (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen),
  • in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem Gelände statt, für das eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und für die eine Aufsichtsperson bestellt worden ist, oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über einen Kenntnisnachweis.
  • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu,
  • über 25 kg (gilt nur für “Unbemannte Luftfahrtsysteme”)

Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen, wenn der Betrieb keine Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere eine Verletzung der Vorschriften über den Datenschutz und über den Naturschutz darstellt und der Schutz vor Fluglärm angemessen berücksichtigt ist. Insbesondere bei einem geplanten Betrieb außerhalb der Sichtweite lässt sich die Genehmigungsbehörde eine objektive Sicherheitsbewertung vorlegen.

7. Ausweichpflicht

Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle sind verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen.

8. Einsatz von Videobrillen

Flüge mithilfe einer Videobrille sind erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen. Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.

Versicherungsschutz

Nun sollte für den Falle des Falles sowohl der Flugführer vor möglichen Schäden/Ansprüchen geschützt werden als auch die Drohne selbst vor Beschädigungen jeglicher Art. Zumindest dann, wenn diese im Ankauf recht kostspielig gewesen ist.

Haftpflichtversicherung

Wer einem anderen einen Schaden zufügt, muss laut Gesetz (BGB §823) dem Geschädigten gegenüber dafür haften.

Dieser Grundsatz gilt so auch für den Einsatz von Drohnen. Der Gesetzgeber hat bei der Versicherungspflicht aus gutem Grund keine Ausnahme für Drohnen geschaffen. Gerät eine Drohne außer Kontrolle, was je nach Größe bereits durch einen stärkeren Windstoß passieren kann, rechnet niemand damit, dass Gefahr aus der Luft droht. Meist werden Fahrzeuge oder Gebäude beschädigt, aber auch von teils schweren Personenschäden wussten Zeitungen bereits zu berichten. In aller Regel gibt es für fast jedes Haftungsproblem auch eine Haftpflichtversicherung, über die es versichert werden kann bzw. automatisch versichert ist. Einen weitverbreiteten und oft sehr umfangreichen Schutz stellt die Privathaftpflichtversicherung dar. Aber ist in diesem Fall tatsächlich bereits Versicherungsschutz gegeben?

Genügt die Privathaftpflichtversicherung?

Drohnen

Die eingangs erwähnte Klassifizierung von Modellflugzeugen und unbemannten Fluggeräten besteht erst seit der Neuregelung des Luftverkehrsgesetzes aus dem Jahr 2009. Seitdem gibt es nichts, was aus eigener Kraft fliegen kann, für das keine Versicherungspflicht besteht. Diese Neuregelung fand so still statt, dass sie von nahezu keinem Versicherungsunternehmen richtig bemerkt wurde.

Versicherungsschutz für leichte Fluggeräte bis zu einem Gewicht von 5 kg (Flugmodelle, Drachen etc.) boten sicherlich schon damals alle Privathaftpflichttarife am deutschen Versicherungsmarkt an – in der Regel allerdings nur dann, wenn keine Versicherungspflicht bestand. Diese Klausel in den Bedingungen der Versicherer wurde vom Gesetz für Drohnen faktisch in ein klares “Nein, es besteht kein Versicherungsschutz” verwandelt, da die Drohnen ja versicherungspflichtig sind.

Erst mit der stärker werdenden Verbreitung von Drohnen in den letzten Jahren wurde man auf dieses Problem aufmerksam. Inzwischen bieten neuere Tarife daher Regelungen in ihren Bedingungen, in denen auf die Einschränkung, dass keine Versicherungspflicht vorliegen muss, verzichtet wird. Nur dann, wenn Ihre Privathaftpflichtversicherung eine entsprechende Regelung beinhaltet, benötigen Sie beim privaten Gebrauch Ihrer Drohne keine gesonderte Versicherung.

Hier genügt der Schutz der Privathaftpflicht definitiv nicht mehr!

Immer dann, wenn Sie Ihre Drohne – wie auch immer – gewerblich nutzen, benötigen Sie gesonderten Haftpflichtschutz. Hier genügt es bereits, dass Sie gegen Honorar z. B. Bilder vom Nachbarhaus oder Luftaufnahmen für das Imagevideo Ihrer Gemeinde erstellen.

Alternativen bzw. Ergänzungen zu diesem Thema finden Sie unter : Informationen zur Privathaftpflicht

Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung ist das fachliche Gegenstück zur Haftpflichtversicherung. Da sich die Rechtsstreitigkeiten um den Einsatz von Drohnen zusehends häufen, möchten wir auch hierauf eingehen. Auch in die Bedingungswerke der Rechtsschutzversicherer in Deutschland haben die Drohnen noch keinen rechten Einzug gehalten. Kraft Gesetz zu Luftfahrzeugen gemacht, darf man aber davon ausgehen, dass für eine Deckungszusage mindestens ein Verkehrs-Rechtsschutzvertrag bestehen muss. Hier ist dann weiterhin zu beachten, dass Luftfahrzeuge nicht automatisch versichert sind und ausdrücklich eingeschlossen werden müssen, da diese Deckung in allererster Linie für zulassungs- und versicherungspflichtige Straßenfahrzeuge gedacht ist. Da einzelne Rechtsschutzversicherungen – entgegen der Einstufung als Luftfahrzeug – aber auch Deckung über einen Privat-Rechtsschutz bieten würden, empfehlen wir dringend, beim Versicherer konkret anzufragen und ggf. um eine schriftliche Bestätigung zu bitten.

Alternativen bzw. Ergänzungen zu diesem Thema finden Sie unter : Informationen zur Rechtsschutzversicherung

Drohnenversicherung bzw. Drohnenkasko

Drohnenversicherungen bieten in der Regel einen deutlich umfangreicheren Schutz, bei dem auch an den aktiven Gebrauch des Fluggeräts gedacht wurde. Wesentliche Punkte, die eine Drohnenversicherung haben sollte, sind:

  • Schäden durch Absturz oder Anprall
  • Diebstahl und Raub
  • Vandalismus
  • Transportschäden

Je nach Anbieter und Tarif kann sich der Versicherungsschutz auch auf Zubehör wie z. B. eine Kamera erstrecken. Weiterhin leisten manche Anbieter erst nach Ablauf einer anfänglichen Wartezeit für entstandene Schäden.

Schadenbeispiele

  • Ein Junge lässt die Drohne, die er zu seinem 16. Geburtstag erhalten hat, im Garten seiner Eltern fliegen. Er verliert die Kontrolle über das Fluggerät. Die Drohne stürzt aus 30 Metern Höhe ab und verletzt dabei eine Fußgängerin, die gerade ihren Abendspaziergang macht. Die Dame erleidet schwerste Schädelverletzungen. Ein längerer Krankenhausaufenthalt sowie andauernde Lähmungserscheinigungen im linken Arm und Verdienstausfälle folgen.
    Die Schadenersatzansprüche belaufen sich auf über 350.000 €.
  • Ein junger Vater lässt zusammen mit seinem Sohn die neue Drohne fliegen. Aus technischen Gründen funktioniert die Fernbedienung nicht mehr und das Fluggerät fliegt steuerlos in 30 Metern Höhe. Die Drohne stürzt auf ein parkendes Fahrzeug. Einige Dellen und Lackschäden sind die Folge.
    Der Schadenersatzanspruch beläuft sich auf 2.500 €

Bildnachweis

Die nachstehenden Bilder wurden von der VEMA eG für die Verwendung in diesen Landingpages lizenziert:

  • Fotolia #82392011 (drone, UAV , Multirotor Photography Helicopter) | Urheber: wip-studio
  • Fotolia #86436141 (aerial photography concept) | Urheber: Marek
  • Fotolia #68324743 (Photo of a quadrocopter on sunset sky) | Urheber: arturas kerdokas
  • Fotolia #83573708 (Flying drone with camera beside a road) | Urheber: Fred Legrand – COM&O
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